Die Welt Kompakt titelte kürzlich auf der ersten Seite „Staat zahlt fürs Arbeitszimmer“. Auch wenn Steuerthemen eher zu den komplizierten Themen zählen, verwundert die Wahl eines solchen Titels da selbst in Zeiten von Staatsgarantien in beliebiger Höhe, nicht davon auszugehen ist, dass „der Staat“ tatsächlich vorhat für die Kosten von Arbeitszimmern aufzukommen.

Die Welt Kompakt folgt mit ihrer Überschrift der Unsitte, dass Ausgaben die von der Steuerschuld der Steuerpflichtigen abgezogen werden, als „Subvention“ oder „Steuergeschenk“ zu bezeichnen. Mit der Wahl dieser Überschrift trägt die Redaktion der Welt dazu bei, den Begriff des Eigentums auf dem Kopf zu stellen. Denn würde man dieser Logik des „Steuergeschenks“ folgen, stünden dem Staat 100% des Einkommens zu, wovon er dann einen gewissen Anteil an die Verdienenden zurückgibt. Da aber Deutschland offiziell kein sozialistischer Staat ist, gehört das steuerpflichtige Einkommen in erster Linie immer noch demjenigen, der es erwirtschaftet hat.