Auch wenn die Nachricht noch nicht bis zu deren Chefin vorgedrungen zu sein scheint, so zeigt die CDU sich willens, ihre wirtschaftspolitischen Kompetenz zurückzufinden.

Nachdem Rainer Brüderle (FDP) die Abschaffung der Rentengarantie, die erst unter Olaf Scholz in der Großen Koalition eingeführt wurde, in einem Interview in der Rheinischen Post am 26. Juli 2010 ins Spiel brachte, wurde sein Vorstoß vom Regierungssprecher der Koalition als “Einzelmeinung” abgetan. Nun aber bekommt Brüderle seine bisher prominenteste Unterstützung aus dem konservativen Lager von Sachsens Ministerpräsident Althaus, nachdem sich in dessen Reihen bereits einige vorsichtige Einzelstimmen zur Unterstützung Brüderles zu Wort gemeldet hatten, und sich damit dem Gros der Wirtschaftswissenschaftler anschlossen.

Nun allerdings stellt sich die Frage, wie lange Merkel ihren nicht sozialdemokratisierten Ministern und Ministerpräsidenten noch vor den Kopf stoßen kann, indem sie öffentlich deren Kompetenzen untergräbt – wie zum Beispiel im Fall Opel – , ohne dass weder ihr eigenes Lager noch der Souverän “Wähler” die Führungsrolle und Kompetenz der Kanzlerin zu hinterfragen beginnen.